Die Arbeiten am Los H71 Eisackunterquerung, dem südlichsten Baulos des Brenner Basistunnels, wurden im Dezember 2023 erfolgreich abgeschlossen. Während der gesamten Bauphase standen innovative Techniken und größtmögliche Rücksicht auf Flora und Fauna im Mittelpunkt.
Heute, nach Abschluss der Tunnelbauarbeiten, sind die Spuren des Baugeschehens größtenteils verschwunden. Auf den ehemaligen Baufeldern wurden rund 50.000 Pflanzen, überwiegend Gräser und Sträucher, gesetzt.
Die weitläufige Grünfläche in der Nähe von Franzensfeste lässt inzwischen kaum mehr erahnen, dass hier noch vor wenigen Jahren komplexe Tunnelbauarbeiten unter dem Fluss Eisack stattgefunden haben. Die Natur hat sich den Raum zurückerobert – unterstützt durch gezielte Renaturierungsmaßnahmen.
Die Sillschlucht ist nicht nur Ausgangspunkt für Wanderungen und Spaziergänge, sondern auch ein beliebtes Naherholungsgebiet für die Menschen der Region. Während der Bauarbeiten am Los H21 Sillschlucht zwischen 2020 und 2024 war der Zugang nur eingeschränkt über einen Ersatzwanderweg möglich.
Unmittelbar nach Abschluss der Arbeiten hat die Renaturierung begonnen. Unser Ziel ist es, das Erscheinungsbild der Wildbachschlucht so weit wie möglich in seinen ursprünglichen Zustand zurückzuführen und die Spuren der Bautätigkeit auf ein Minimum zu reduzieren. Schritt für Schritt erholt sich die Natur, sodass die Sillschlucht wieder ein Ort zum Durchatmen werden kann.
Einzig die Eisenbahnbrücken über die Sill und die mächtigen Portale des BBT bleiben als sichtbare Zeugnisse der Bauarbeiten bestehen. Diese Bauwerke ermöglichen jedoch auch einen Blick in die Zukunft und lassen bereits jetzt den Gedanken aufkommen, dass ein italienischer Espresso bald nur noch eine kurze Zugfahrt entfernt sein wird.
Mit einem Fassungsvermögen von rund 7,7 Mio. m³ ist die derzeit größte Bodenaushubdeponie Europas im Padastertal bei Steinach am Brenner angesiedelt. Auf dem Wanderweg durch das Tal kann man den nachhaltigen Transport des Ausbruchsmaterials über Förderbänder aus nächster Nähe beobachten.
Doch wie sieht die Zukunft des Padastertals aus? Durch das Ausbruchsmaterial wird der Talboden um etwa 80 Meter angehoben. So entsteht aus dem einst V-förmigen Tal ein begrüntes U-Tal. Somit wird das Padastertal künftig besser für die Wald- und Weidewirtschaft geeignet sein.